Vintage-Stil Mimi (Tilly and the Buttons) & ein Plädoyer für unschmeichelhafte Kleidung



Ein Plädoyer für unschmeichelhafte Kleidung

Durch relativ warme Temperaturen und den Geruch von Wildblumen in der Luft gelockt, habe ich gestern diese Leinenhose aus dem Schrank genommen.
Sie ist relativ neu im Kleiderschrank. Vor ein paar Wochen habe ich sie im Second Hand-Laden gekauft und es fühlte sich an, als würden noch Monate vergehen müssen, bevor ich diese luftige Sommerhose anziehen könnte.

A case for unflattering clothes

The last few days have been warmer, so I was inspired to choose these linen trousers for my outfit.
They are relatively new in my wardrobe, I bought them a few weeks ago at the second hand shop, when it felt like I had to wait months before being able to wear them.

Vintage themed Mimi blouse by Tilly and the Buttons @tillybuttons

Sie sitzt in der Taille und hat einen passenden Gürtel gleich mit dabei. Dadurch wirkt mein Oberkörper kürzer, als er ist. Relativ karottig geschnitten betont sie die Hüften, was meine breiteste Stelle am Körper ist. Vorteilhaft ist etwas anderes. Aber diese Farbe! Die schöne Leinentextur, die Bundfalten und dieser Gürtel… Außerdem passt sie einfach. Warum sollte ich sie nicht tragen?

Das Thema und diese ständig gleichen Ratgeber, welcher Figurentyp was tragen kann (!) und was nicht, oder welcher Jahreszeitentyp welche Farben tragen darf, zum Gähnen.
Ja, für Leute, die ihre Vorzüge betonen wollen, können solche Ratschläge zur Orientierung sinnvoll sein und nein, es ist nichts falsch daran, wenn jemand diese Vorzüge betonen oder bestimmte Körperzonen kaschieren möchte, aus welchem Grund auch immer. Punkt.
Aber dass diese ausgedachten Regeln wie ein heiliger Codex hingenommen und nicht hinterfragt werden schränkt die Sich-Kleiden-Kreativität enorm ein, oder? Zumindest habe ich, seit ich dieses Denken wie „Diese Rocklänge steht dir nicht“ über Bord geworfen habe, viel mehr Spaß an Outfits. Das Zusammenspiel von Farbe und Form, von Texturen finde ich spannend. Sollte eine Hose dabei meine Hüften betonen oder ein Rock mich klein wirken lassen macht mir das nichts, wenn mir das Gesamtarrangement gefällt.

Neulich habe ich einen großartigen Pullover gefunden. Absolut bad taste, schätzungsweise Ende Achtziger/Anfang Neunziger. Mein Freund nannte ihn „Mauerfall-Pullover“. Ein geometrisches Muster, das mich ein fern an eine stilisierte Rose, die in Dreiecke und andere Formen zerlegt ist, erinnert. Die Farben: aubergine, senfgelb und bordeaux. Ich finde ihn großartig. Meine Chefin, mit der ich Second Hand shoppen war, fand ihn furchtbar. Aber auch das musste ich lernen: sich nicht von den Meinungen anderer beeinflussen zu lassen, sondern auf die eigene Wahrnehmung vertrauen und vermeintlich hässliche Stücke, die einem gefallen, mit Freude und Würde zu tragen.

Und dadurch vielleicht, hoffentlich, andere Leute dazu zu inspirieren, auch den gelernten Kreis der Kleidungsstücke, die sie tragen können, weil sie ihnen stehen (seufz), mit kritischeren Augen zu betrachten und über den Tellerrand oder Kleiderschrank hinaus zu schauen.

They are high-waisted and have this lovely belt attached. My upper body seems to be rather short because they are sitting so high on my waist. They also draw attention to my hips, the widest part of my body.

Flattering is something else entirely. But this colour! The pleats, the linen texture. And they just fit so well. Why shouldn’t I wear them?

Since I abandonned this thinking about what clothes are „flattering“, I have much more fun dressing and choosing outfits. I have this bad taste sweater, think late eighties in East Germany. The colors: purple, mustard yellow and dark red. My boss, who went second hand shopping with me, things it’s horrible. I love it. That’s something I had to learn, too: listen to my own needs and feelings, and trust in my own aesthetic perception. That’s how style is born, and you learn to wear seemingly ugly and unflattering things with joy and pride.

Vintage themed Mimi blouse by Tilly and the Buttons @tillybuttons

Bienen-Mimi

Um den Einzug haltenden Frühling angemessen begrüßen zu können, habe ich zu der Hose meine Mimi-Bluse angezogen. Mimi ist ein Schnittmuster von Tilly and the Buttons, genauer gesagt aus ihrem Buch Love at first stitch.

Ein sehr hübscher Schnitt mit Vintage-Flair. Ich persönlich würde die Ärmel beim nächsten Mal nicht puffen und die Falte weglassen, das ist mir zu verspielt. Die Kragenform mag ich sehr, auch wenn der Ausschnitt etwas tiefer ist, als ich es bevorzuge.
Zeitgleich mit dieser Mimi habe ich noch eine blumige Variante genäht.

Beekeeper Mimi

I chose my Mimi blouse to go with the trousers. The pattern is from Tilly and the Buttons‚ book Love at first stitch.

I like the vintage style of the blouse – the collar is lovely, even though I prefer higher necklines. I would definitely sew sleeves without frills and pleats the next time, because they are a little bit too playful for my taste.

I also made a floral version of Mimi.

Vintage themed Mimi blouse by Tilly and the Buttons @tillybuttons

Von dem Stoff mit Waben-Muster inspiriert, habe ich dieser Mimi auch noch ein paar Stickereien verpasst. In den Passennähten habe ich ein Schrägband als flache Paspel mitgenäht. Diese Bluse ist auch eines der wenigen selbstgenähten Teile, an denen ich bewusst sichtbare Stepplinien verwendet habe. Höchstens steppe ich mal einen Saum ab, aber meistens mag ich es lieber, wenn keine Stepplinien zu sehen sind.

Inspired by the honeycomb pattern, I embroidered little bees onto the Mimi blouse.

Vintage themed Mimi blouse by Tilly and the Buttons @tillybuttons

Vintage themed Mimi blouse by Tilly and the Buttons @tillybuttons

Outfit
Mimi-Bluse: selbstgenäht
Hose: Second Hand
Strickjacke: ??
Tasche: Vintage über Mädchenflohmarkt Concierge Service
Schuhe: Second Hand über Mädchenflohmarkt Concierge Service

Outfit
Mimi blouse: made by me
trousers: second hand
cardigan: ??
bag: vintage via Mädchenflohmarkt Concierge Service
shoes: second hand via Mädchenflohmarkt Concierge Service

Happy MeMadeMittwoch!

34 Kommentare

  • @patterninspiration um 8:13

    Das Outfit steht Dir, weil Du Dich darin wohl fühlst – egal, was die „Beratungstipps“ dazu vermelden. Ich glaube, einigen Menschen können die Tipps helfen, um herauszufinden, warum sie sich in bestimter Kleidung unwohl bzw. wohl fühlen. Entscheidend ist, dass sie sich nicht anleiten lassen, sondern einen Blick dafür bekommen, warum und welche Wirkung bestimmte Farben und Formen auslösen. Dann sollte man aber so souverän damit umgehen, wie Du.

    • Jenny um 18:39

      Ja, ich denke auch, dass einige Menschen dankbar über solche Tipps sind. Vollkommen richtig ist, dass man diese Hinweise nicht als Regeln hinnimmt, sondern einen eigenen Geschmack und Stil entwickeln kann, der sich auch über solche starren Schubladen hinweg setzt.

    • frifris um 12:42

      ich stimme genau mit patterninspiration überein.
      Ich habe auch ein paar nicht so „vorteilhafte“ Kleidungsstücke, die ich anziehe weil mir Farbe/Muster/Schnitt zu sehr gefallen. Die ziehe ich aber tatsächlich weniger im Job an (muss oft vor vielen Leuten stehen).
      Entsorgt oder nicht getragen werden Stücke, in denen ich mich selbst verkleidet oder eben „unwohl“ fühle. Oder zu oft gefragt werde, ob ich schwanger bin. Diese Frage erledigt sich zwar zunehmend aus Altersgründen, ist aber trotzdem nervig.

      • frifris um 12:46

        Achso, die Bluse ist immer noch toll und mir gefällt das ganze Outfit. Kommt sowieso immer auf die innere Überzeugung an, wie man Kleidung trägt. 😉

        • Jenny um 9:00

          Dankeschön! 🙂 Ja, das sehe ich auch so. Ich ziehe aber gezielt auch solche Kleidung an, wenn ich vor Leuten stehe, um genau das zu signalisieren und zu zeigen, dass man sich keinem Modediktat unterwerfen muss.

  • Susanne um 9:40

    Experimente sind doch der halbe Spaß beim sich kleiden und sorgen für Abwechslung und Geschmäcker sind unterschiedlich; zum Glück können wir hier tragen, was immer uns gefällt und das ist auch gut so. Wenn es dann anderen noch gefällt, umso besser und wenn nicht, was solls; mir gefällts du jedenfalls prima.
    LG von Susanne

    • Jenny um 18:41

      Du bringst es auf den Punkt, Susanne. So sehe ich das auch! 🙂

  • Selmin um 10:11

    Hallo liebe Jenny, ich mag die Bluse Mimi sehr und hab mir auch mal ein Blape (Blusencape) mit dem Schnitt genäht. Deine Bienenmimi finde ich mit den hübschen Bienendetails sehr schön mädchenhaft verspielt. Der eher maskuline Schnitt der Hose passt super dazu. Toller Look. Danke auch für den Gedankenanstoß. Ich mag es sehr, Körperteile die ich mag, zu betonen…und bin ein Meister im „kräftige“ Oberarme kaschieren…als wären sie ein Verbrechen:-D Ich arbeite daran…hehe…
    Ich wünsche Dir einen tollen Tag! Liebste Grüße, Selmin

    • Jenny um 18:43

      Oh, das stelle ich mir toll vor! Da muss ich mal auf deinem Blog stöbern gehen… 🙂

      Bestimmte Dinge zu kaschieren ist ja auch vollkommen okay. 🙂 Nur, wie du es so schön sagst, sollte man sich bewusst sein, dass es total okay ist, auch Arme/Beine/Bauch zu haben, die nicht dem Idealbild entsprechen. 🙂

  • Stella um 10:15

    Diese ständige Bevormundung in Kleidungsfragen ist wirklich furchtbar. Gibt es etwas besseres als ein Outfit in dem man sich gut und stark fühlt? Ich finde nicht.Wie oft habe ich schon „vorteilhafte“ Kleidung getragen und gedacht noch ein Atemzug und ich Schrei gleich….Nene, da ist Quark mit Soße.
    So eine Hose ist ganz schön toll.Die steht bei mir auch ganz ganz oben auf der todo Liste.
    Und deine Bärlauch Stelle ist auch ganz schön toll !
    Liebe Grüße
    Stella

    • Jenny um 18:44

      Ja, ganz genau! Ich fühle mich in meinen Neunziger-Jahre-Pullis viel wohler, auch wenn sie zwei Nummern zu groß sind und fast als Kleid durchgehen. Mir ist dann auch egal, ob meine Taille dabei betont wird oder nicht.

      Jaaa, die Bärlauch-Stelle! Es ist so schön, direkt am Wald zu wohnen.

  • JuKaJa um 12:08

    Ich finde Dein Ensemble große klasse! – erinnerts mich doch sehr an Bilder aus den 30er Jahren, wenn die Dame auf Wanderschaft ging…
    Und recht hast Du mit der Fürsprache für: ‚über den Tellerrand‘ schauen.
    LG
    Juka

    • Jenny um 18:56

      Vielen Dank, Juka! Ja, da hast du recht, die Hose erinnert daran. 🙂

  • Paulina um 12:46

    Die kleinen Bienchen am Vorderteil und am Rücken… !!!
    Das ist wahrer perfektionismus!!!

    • Jenny um 18:57

      Haha, danke, Paulina! 🙂 Das ist sehr lieb. Die Assoziation war aber auch sehr naheliegend. 😉

  • Nria um 17:47

    Ein tolles Outfit. Und die Bienchen! Die Struktur der Strickjacke passt auch sehr gut dazu.

    Ich denke auch, dass man getrost auf „Moderegeln“ pfeifen darf. Ich bin 1,54 m und hasse hohe Absätze (ich glaube, mein „höchstes“ Paar hat 3,5 cm), so what? Ich trage dann auch zu Röcken und Kleidern flache Schuhe. Mirdochegal, wie der Rest der Welt das findet.

    Allerdings …
    Es ist leicht, „Optimierungsvorschläge“ bzgl. Farben und Formen von Kleidung zu ignorieren, wenn man jung, schlank, groß und hübsch ist und sich schminkt – also dem Model-Ideal sehr nahe. Und wenn das Gesamtoutfit in sich stimmig ist. Da macht es dann auch keinen großen Unterschied, attraktiv wirkt man dann so oder so.
    Wenn man klein und dick ist, die Menopause schon eine Weile überschritten hat und vielleicht auch nicht so die Fähigkeit zum guten Kombinieren hat, kann der Unterschied zwischen „idealer“ und „unvorteilhafter“ Kleidung allerdings gewaltig sein, und ich kann mir gut vorstellen, dass schmeichelhafte Kleidung dann auch ein größerer Wohlfühlfaktor sein kann.
    Es macht eben einen Unterschied, wie man von Leuten angesehen wird, und das ist vielen Leuten wichtig. Wobei ich persönlich mein Leben lang intuitiv zu den „passenden“ Farben gegriffen habe, da musste ich nie bewusst drauf achten.
    Aber das sind natürlich zwei Extreme.

    Ich besitze Bücher zu vorteilhafter Kleidung (Farben und Formen) und in denen steht auch explizit im Vorwort, dass es kein Muss ist (ja, es gibt immer Leute, die missionieren, aber das ist ja nicht die Schuld der Autoren ;)).
    Die „Regeln“ (es sind keine Regeln, weil eben freiwillig, aber mir fällt grad kein passender Begriff ein) sind ja auch nicht willkürlich erstellt, sondern Farben und Formen haben an einer bestimmten Person objektiv eine bestimmte Wirkung.
    Ob man sich damit beschäftigen möchte oder nicht, darf dann jeder selbst entscheiden.

    • Jenny um 18:48

      Da hast du natürlich vollkommen Recht! Der Gedanke kam mir auch beim Text schreiben. Ich wollte auch noch einen Satz unterbringen, dass in meinem jungen Alter das Experimentieren auch viel leichter fällt, und meine Figur zwar nicht dem Ideal entspricht, aber noch als so „normal“ durchgeht, dass sie in das sozial akzeptierte Spektrum fällt.

      Das mit den Schuhen verstehe ich total. Ich mit 1,65 trage auch höchstens 3cm hohe Absätze. Ich fühle mich sonst einfach nicht wohl, komme mir verkleidet vor und habe das Gefühl, dass Absätze nicht zu mir und meinem flotten, zielstrebigen Schritt passen. Wie du sagst: diese Hinweise/Tipps können dann befolgt werden, oder, wie in unserem Fall, auch eben nicht. 🙂

  • Kuestensocke um 17:59

    Ein toller Post, vielen Dank dafür. Deine Hose ist klasse, genau wie das gesamte Outfit. Du trägst deine Kleidung mit soviel Selbstverständlichkeit, dass einfach jedes Outfit ganz großartig wirkt, das ist wirklich eine Gabe. Deine schöne Bluse habe ich schon letztes Jahr angeschmachtet, echt toll. Lg Küstensocke

    • Jenny um 18:54

      Vielen Dank! Diese Selbstverständlichkeit musste ich auch erst lernen. Das war ein langwieriger Prozess. Gerade das hat mich an meinen Kolleginnen, die alle ihren ganz eigenen Stil hatten und super kreativ und experimentell angezogen waren, inspiriert. Mittlerweile bin ich selbst bei dieser Denkweise angekommen und lebe damit sehr leichter als lang darüber nachzudenken, ob dieser Rock nicht zu stark meinen Bauch betont oder ob jene Farbe mir nicht 100%ig steht.

      Vielen Dank für deinen superlieben Kommentar! 🙂 Ich freue mich immer, dass ich so treue Leserinnen habe.

  • Frieda um 18:01

    Hallo Jenny,
    danke für diese Zeilen! Ich glaube, ich bin da ganz bei Dir. Voraussetzung ist dabei (glaube ich), dass man sich so akzeptiert, wie man ist. Dann muss man auch nicht ständig kaschieren. Okay, vielleicht habe ich hier trotzdem meine Grenzen. Aber dann liegt es daran, dass ich mich einfach nicht wohlfühle in was auch immer. Dein heutiges Outfit finde ich klasse, die Hose stelle ich mir suuuper bequem vor und die Bluse mit der Paspel und der Stickerei ist wunderhübsch (Unwort, oder?). Tolle Idee, die Bienen!
    Liebe Grüße, Frieda

    • Jenny um 18:56

      Ja, das Akzeptieren hat damit bestimmt viel zu tun. Das ist auch ein schwieriger Prozess, aber ich habe das Gefühl, dass ich mittlerweile sehr mit mir und meinem Aussehen im Reinen bin. Klar, wie oben schon bemerkt, bin ich jung und mein Körper wird als sozial akzeptabel wahrgenommen, da ist das nicht so schwer.

      Ja, die Hose ist wirklich super bequem und luftig, ideal für die warmen Frühlings- und Sommertage. 🙂
      Danke, liebe Frieda, für deinen Kommentar!

  • lenelein um 20:03

    Ich mag deinen unkonventionellen Stil und finde auch, dass man nicht immer der Figur schmeicheln muss. Gerade für mich positiv auffällige Menschen tragen oft Kleidung, die eher strukturell ist oder durch originelle Kleidung auffällt. Ich mag im Moment auch Dark Mori oder Strega sehr gern, beides eher wallewalle Stile und mehr verhüllend als betonend.

    • Jenny um 21:14

      Mori habe ich auch schon ein paar Mal auf Pinterest gesehen, der Stil gefiel mir auch sehr, da er auch von Übertreibungen lebt. Das gefällt mir auch sehr gut!

  • Sewionista um 21:02

    Mir gefällt dein ganz eigener Stil mit einem Hauch von Vintage ja sehr! Auch dein heutiges Outfit passt perfekt zu dir, die weite Hose sieht toll mit der Imkerbluse aus. Die aufgestickten Bienen sind das i-Tüpfelchen. Deiner Meinung zu Stylingregeln kann ich nur zu stimmen, schließlich sind Regeln doch dazu da um gebrochen zu werden 😉 Jemanden, der unsicher mit dem eigenen Stil ist, können sie sicher Orientierung geben, aber diese sklavische Einhaltung aller Regeln mag ich gar nicht. Hauptsache ist doch, dass man sich in seinem Outfit wohl fühlt und es die eigene Persönlichkeit unterstreicht. Eigentlich dürfte ich ja auch kein Schwarz tragen, mache ich aber trotzdem oft und gerne. Auch finde ich es unsinnig nur einen festgesetzten Stil zu haben, bei mir ist das je nach Laune unterschiedlich, heute Lady oder morgen Streetstyle, alles möglich 🙂

    Liebe Grüße
    Julia

    • Jenny um 21:13

      Vielen Dank, liebe Julia! „Regeln sind da, um gebrochen zu werden“ bringt es toll auf den Punkt. Mir geht es mit dem Stil ganz wie dir, finde ich super, dass ich da nicht alleine bin mit dem flexiblen Style. 🙂

  • Madformod um 7:32

    Das wichtigste ist, das man sich wohlfühlt und sich selber in den Klamotten mag. Ich habe schon so viel wieder aussortiert, was andere an mir toll fanden, ich mich aber nicht wie ich gefühlt habe. Ich denke immer zwischendurch, ob ich mit meinen fast 49 Jahren denn noch Mini tragen kann… Ja, kann ich, weil es einfach zu mir passt und es genau mein Stil ist. Trotzdem mache ich immer wieder Experimente, vor allem farblich.
    Dein Outfit ist farblich total schön und passt zu Dir – das ist das Wichtigste!!
    Liebe Grüße
    Eva

    • Jenny um 17:17

      Ja, Mimi stelle ich mir an dir toll vor! Ich liebe deinen Stil übrigens. Wirklich super, dass du eine Linie hast, weißt, was du magst, und das auch trägst! Ich finde es super, Experimente zu machen, vor allem, wenn man in dem Alter ist, in dem es von einem nicht mehr erwartet wird, experimentierfreudig zu sein.

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! 🙂

  • Zuzsa um 9:02

    Die Hose ist super und steht dir sehr gut! Ich war fast ein bisschen überrascht, dass sie Anlaß für deine Überlegungen und diesen sehr schönen Artikel bot. Wie und welche Körperform betont/angeblich nicht betont werden soll, ändert sich ja auch durch die Jahrzehnte. In den 70ern war der Hosenbund in der Taille, in den 90ern war das ein absolutes no-go. Oder man denke nur an die extrem betonten Schultern der 80er…
    Insofern könnte man diese Art von Stilratgebern getrost in die Tonne kloppen! Andererseits muss ich gestehen, dass ich auch einige gelesen habe, als ich zu Nähen begann. Ich komme aus einer nichts sehr modebewussten Familie, insofern war mir dieses ganze Modeding relativ fremd und als erste Orientierung fand ich die Farb- und Stilratgeber doch recht hilfreich. Mit der Zeit und Erfahrung wächst man darüber hinaus und geht eigene Wege … das ist auch gut so!
    Viele liebe Grüße, Zuzsa

    • Jenny um 17:19

      Kann ich gut verstehen, dass man diese Tipps zu Rate zieht, wenn man „Modeanfänger“ ist. 😉 Aber irgendwann kann man sich auch von ihnen lösen, finde ich.
      Danke, Zuzsa, für deine netten und treuen Kommentare! 🙂

  • schildkroete um 9:49

    Also erstmal: Deine Bluse finde ich so schön, besonders auch diese Bienen! Das ganze Outfit ist, wie immer, klasse. Und ansonsten kann ich dir nur zustimmen, ich habe mich auch verabschiedet von den ganzen Tipps und Empfehlungen der diverser RatgeberInnen, lese sie gerne zur Erheiterung. Und amüsiere mich sehr, wenn mich z.B. die Strumpfhosenfachverkäuferin darauf hinweist, dass orange Strumpfhosen total out sind und mir petrol empfiehlt……
    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Jenny um 17:21

      Ja, Farben sind auch so eine Sache! Daran habe ich gar nicht so primär gedacht, aber du hast natürlich recht. Da denken dann manche, dass sie es gut mit einem meinen, obwohl man gar nicht auf den Ratschlag angewiesen ist. 🙂
      Super, dass du „deine“ Farben kennst und trägst. Ich habe auch eine orangefarbene Strumpfhose und finde sie einen tollen Hingucker. 🙂
      Danke für deinen Kommentar!

  • Anne um 13:47

    Yay, wie immer: super Outfit mit tollem Text.
    Haha, wie oft hab ich schon gehört: „Entweder Ober- oder Unterteil weit. Niemals beides!“ oder „Grün und blau trägt Kaspers Frau.“ Alles Dinge, die ich trotzdem relativ häufig so trage. Manchmal sogar grün, blau, oben und unten weit. Und, hach, ich schäme mich nicht einmal dabei 😉
    Wie du schon sagst, man muss die Sachen mit Würde tragen. Mein Bruder hatte eine ganze Zeit lang ein Basecap getragen, wo er die Blende in die „falsche Richtung“ (also himmelwärts) gebogen hat und ich glaube, bei jedem anderem hätte es total prollig und bescheuert ausgesehen. Aber er hat so getan, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Und das war es dann irgendwie auch.

    • Jenny um 20:11

      Genau dieses „ein Teil muss eng sein“ missachte ich auch so oft. Und fühle mich großartig dabei! Wäre doch auch langweilig, wenn Schlabberpullis immer mit Skinny Jeans getragen werden würden. Ich stimme dir absolut zu, was das Beispiel mit deinem Bruder betrifft. Ein wichtiger Aspekt ist bestimmt, dass man das Outfit trägt, und nicht andersrum. 😉

  • Alice Brenner um 9:50

    Wow! Ich habe gerade dein Blog gefunden, weil ich nach Ideen für eine Mini Bluse suche! Dein Blog und deine Bluse sind beide mega schön! Ich fühle mich total inspiriert und ich mag dein Schreibstil auch sehr! Das Outfit steht dir voll gut!! Listen to yourself and your gut instinct – when you feel good in something, you will look great too!

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