Anleitung: Plastik-Stäbchen verarbeiten



Anleitung: Stäbchen einnähen

In der Maßschneiderinnen-Ausbildung habe ich sehr viel mit Brautmode gearbeitet. Mit Stäbchen hatte ich also jede Menge Umgang. Jede Menge. Trust me. Ihr glaubt nicht, wie viele Stäbchen ich während meiner Ausbildung verarbeitet habe.

Ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass meine Anleitung für perfekte Cut Outs so hilfreich für euch ist.
Während ich mein Sommertop im Vintage-Stil genäht habe, habe ich von dem Prozess des Stäbchen einnähens ein paar Fotos gemacht.
In dieser Anleitung lernt ihr eine einfache Methode,Stäbchen zu verarbeiten – ohne Tunnel.

How to use plastic boning - a tutorial by a bespoke tailor | Plastik-Stäbchen einnähen - so geht's ganz einfach! Mit vielen Tipps, welche Stäbchen sich für was eigenen. | exclamation-point.de

Basics: Stäbchen verarbeiten

Plastik-Stäbchen kommen in verschiedenen Stärken und eignen sich für alle möglichen Projekte.
Die Stäbchen, die ich verwende, werden als Meterware angeboten und auf Rollen aufbewahrt – warum ihr das bei der Verarbeitung beachten müsst, lest ihr weiter unten in der Anleitung.

Bitte bedenkt auch, dass diese Anleitung eine von vielen Möglichkeiten ist, Stäbchen zu verarbeiten. Dies ist auch keine Anleitung, wie man Stäbchen in Korsetts näht. Das ist nochmal ein ganz anderes Kapitel, von dem andere Personen viel mehr Ahnung haben. Mehr dazu, für welche Kleidungsstücke sich diese Anleitung und Stäbchen im Allgemeinen eignen, lest ihr im Folgenden.

Plastik-Stäbchen vs. Metall-Stäbchen

Plastik-Stäbchen sind nicht so flexibel wie Metall-Stäbchen. Sie können sich verformen, einknicken oder sogar brechen, wenn sie stark beansprucht werden.
Es gibt Plastik-Stäbchen in verschiedenen Stärken, von dünn und flexibel bis sehr steif. Teilweise können sie auch viel steifer als Metall-Stäbchen sein und – meiner Erfahrung nach – mehr Stand bieten (es sei denn, das Metall ist wirklich massiv!).

Kleidung mit Plastik-Stäbchen kann prinzipiell in der Waschmaschine gewaschen werden (wenn ich auch den Schonwaschgang empfehlen würde).
Sie sind meiner Meinung nach auch zugänglicher und einfacher zu verarbeiten.

Ich persönlich habe noch nie gehört, dass jemandem Stäbchen tatsächlich so eingeknickt sind, dass sie ausgetauscht werden mussten, oder sogar gebrochen. Es besteht aber die Möglichkeit.

Darum: Überlegt euch, was die Stäbchen in dem Kleidungsstück aushalten müssen, und welche Ansprüche ihr an das Kleidungsstück habt. Für ein Korsett, das ihr den ganzen Tag und oft tragen möchtet, sind Stäbchen aus Metall vermutlich angenehmer. Da diese Stäbchen auch sehr viele (Alltags-)Bewegungen mitmachen müssen, z.B. Bücken und jeden Knick und jede Biegung der Taille und Wirbelsäule, sind die flexibleren Metallstäbchen auf jeden Fall die bessere Wahl.
Ein Korsett hat in der Regel auch einen anderen Zweck als ein Kleid, das „nur“ auf Figur geht, nämlich den Körper dauerhaft zu stützen und auch zu formen.

Tutorial: how to use plastic boning

I have worked with bridal wear a lot during my bespoke tailor apprenticeship. Therefore, I’ve worked a lot with boning, too. A lot. Believe me, I have worked with plastic boning every day during wedding season.

I’m so glad so many of you found my tutorial for perfect cutouts helpful.
I took pictures while sewing plastic boning into my summer top with shirring to write a tutorial for you, because I guess boning is something a lot of people don’t really give a try.

So read my tutorial on how to use plastic boning – you’ll see it isn’t that difficult!
This is my method for using plastic boning. Keep in mind that there are other ways, too – choose what comes easiest for you. 🙂

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Basics: working with boning

Plastic boning comes in different forms: it can differ in width and thickness. I’m using the continuous one that is stored on a roll – this can actually be important during the sewing process, so keep reading!

plastic vs. metal

Plastic boning has different attributes than metal boning.
Plastic boning can bend and break, if it is put under a lot of strain.
Plastic boning can be thin and flexible, but also very sturdy, too – sometimes even more than metal boning (except the really solid one), in my experience.

Clothes with plastic boning can be machine-washed.

I personally never heard that someone had plastic boning break from use, but it is a possibility.
So keep in mind: Which kind of boning you use, plastic or metal, depends on what the boning is required to do, for your specific project. Think about what the boning has to withstand and how much strain there will be.
Will the garment be worn frequently all day, so it has to regularly bend with your body? In this case, metal boning might be better for your garment, because it is more flexible and won’t break that easily.

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Für Projekte wie das Oberteil finde ich Plastikstäbchen besser. Ich habe sie eingesetzt, um dem Top mehr Stand zu geben. Das Oberteil hat sich gerne hoch geschoben und die doch relativ dünne Viskose musste nach jeder Bewegung wieder zurecht gezogen werden.
Die Stäbchen verhindern das. Außerdem sind sie dünn, Metall-Stäbchen fände ich hierfür doch wieder zu „heavy duty“.
Das Oberteil ist ein Alltagskleidungsstück, aber da es nicht darauf angelegt ist, auf Taille zu gehen oder meine Körperform zu unterstreichen, sind die Stäbchen nicht sonderlich beansprucht.

Bei Korsagen-, Etui- und anderen Kleidern, bei denen Stäbchen nicht nur dem Stoff Halt geben, sondern auch die Form z.B. der Taille unterstreichen sollen, könnt ihr ebenfalls Plastikstäbchen einarbeiten.
In der Regel sind diese Beispiele Anlasskleider, die nicht regelmäßig getragen werden.
Je nach Stoffdicke müsst ihr dann dickere oder dünnere Stäbchen verarbeiten – bei einem Hochzeitskleid mit vielen Schichten bringen dünne Stäbchen dann wirklich nichts mehr und ihr lauft Gefahr, dass diese dann tatsächlich einknicken.

Wenn ihr noch nie mit Stäbchen zu tun gehabt habt, kann es also hilfreich sein, euch erst mal die verschiedenen Stärken im Stoffladen anzuschauen. Nehmt dazu am besten einen Schnipsel eures Stoffes mit und vergleicht.

Fazit

Stellt euch die Fragen: Wie stark werden die Stäbchen beansprucht? Müssen sie viel Bewegung aushalten? Werden sie oft gestaucht, z.B. wenn ihr Bewegungen in der Taille macht? Dienen sie eher zur Unterstützung des Stoffs und der Kleiderform oder sollen sie meinen Körper formen?

Egal, ob ihr wie ich einem Top mehr Stand geben, die Taillenform bei einem Korsagenkleid herausarbeiten oder den Stoff unterstützen wollt, mit dieser Anleitung lernt ihr, Plastik-Stäbchen zu verarbeiten.

Los geht’s!

Naja, fast. Erst mal zum Verständnis: Bei dieser Verarbeitungsweise werden die Stäbchen an die Nahtzugaben des Oberstoffs genäht. Ihr braucht also ein Kleidungsstück, bei dem die Nahtzugaben breit genug sind. 1,5 cm würde ich euch mindestens empfehlen, um angenehm arbeiten zu können – das hängt aber auch davon ab, wie breit eure Stäbchen sind.

Nachtrag: Ich verwende eine ganz normale Nadel für die Stäbchen. Die schmalen Kanten der Stäbchen sind aus dünnem Plastik, das ihr mühelos durchstehen können solltet – denn genau dieser dünne Rand wird angenäht.
Für stabilere Stäbchen könnt ihr vorsichtshalber eine etwas stärkere Nadel verwenden.
Ich nähe auf einer Industrienähmaschine, die mehr Durchschlagkraft hat. Testet das also vorsichtig bei eurer Maschine aus. /Ende Nachtrag

Klassischerweise werden Stäbchen an den Seitennähten angebracht. Sie können auch zusätzlich an Teilungsnähte genäht werden.
An welchen Stellen ihr überall Stäbchen einnähen müsst? Dafür gibt es leider keine allgemeingültige Regel. Vertraut auf euren Blick und euer Gefühl, ob das Kleidungsstück eine zusätzliche Stützfunktion an anderen Stellen braucht.
Beispielsweise habe ich bei meinem Top auch an den hinteren Teilungsnähten Stäbchen angebracht, um die Nähte am mittleren Teil mit dem Smoking zu verstärken – auf dem Bild sieht man gut, wie schön gerade die Nähte „stehen“, nichts schiebt sich hoch.
For projects like my top, plastic boning is well suited. I used it to „reinforce“ the side seams and give the top more stand. It tended to move upwards and I felt uncomfortable – I caught myself pulling it down a lot, which I don’t liked.
The boning prevents the top from moving around. The plastic boning I used is more on the thinner side – perfect for the viscose fabric. Metal boning would have been too „heavy duty“ for this garment.

Although the top is an every-day piece of clothing, the boning isn’t under a lot of strain. It doesn’t have to bend or shape my body, it is just there to give stand to the garment.

With corsage, bridal and other dresses, you want to give the garment stand, but also underline the shape of the garment or body.
These types of dresses are often for occasions, and not worn regularly. In this case, plastic boning can also be okay to use. But make sure that the thickness of the boning is suited for the thickness of the fabric layers. Thin boning can’t help you in a bridal dress with lots of layers, and you risk bending and breaking it.

If you haven’t worked with plastic boning before, it can be useful to check out the different types in a fabric store. This way, you can compare which one is best suited for your project. Bring a scrap of your fabric, too.

So, wether you want to give more stand to a halter top, add emphasis to the curve of the waist, or support the fabric, in this tutorial I will show you my method of sewing boning into clothes.

Let’s start!

Well, not quite yet.
As a premise: The boning will be sewn to the seam allowances of the outer fabric. So you need enough space to sew the boning onto – I would recommend seam allowances of 1.5 cm at least to work comfortably, but it also depends on the width of your boning.

You can use a standard needle for this, because the edge of the boning is made from thin plastic material. You shouldn’t have problems stitching through it.

Boning in garments is found mostly in the side seams, but depending on the garment, they can also be in other vertical seams. That depends on wether the garment needs reinforcement in other areas too. Think bridal wear – the dresses I have worked with had sturdy boning in the side seams and thinner boning in the princess seams and dividing seams in the back. The dresses would have sagged horribly with all their layers and draping.

I also used boning in the dividing seams in the back, to prevent the shirred part from sagging down. You can tell in the picture how much stand the seams have.

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The easiest option is to sew the boning to the seam allowances before the outer fabric is sewn to the lining. In this case, you should be sure that the garment fits perfectly. If you don’t know and/or use a new pattern, you can sew the garment and make all alterations before sewing in the boning.

What you’ll need

Am einfachsten ist es, die Stäbchen an den Oberstoff zu nähen, bevor das Oberteil mit dem Futter verstürzt wird. Macht alle Änderungen an den Nähten, bevor ihr die Stäbchen einnäht.
Es ist zwar an sich kein Problem, die Stäbchen wieder zu entfernen, aber dennoch ist dieser Schritt unnötig und kann nervig sein.

Arbeitet ihr mit bereits fertig genähten Kleidungsstücken, in die ihr nachträglich Stäbchen einnähen wollt? Trennt die Ausschnittkante im Bereich der Nähte, an die die Stäbchen sollen, auf. Jetzt solltet ihr gut an die Nahtzugaben kommen und das Stäbchen auch schön weit oben annähen können.

Was ihr braucht

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In addition to the project you want to add boning to, you need continuous plastic boning and fabric scraps.

The fabric scraps should be at least as wide as the boning. Lengthwise, you should be able to fold them in half two times and wrap around the edge of the boning (see below).
I used patchwork fabric.

Step 1 – prepare the boning

To get a piece of boning in your desired length, you can cut the continuous strip with scissors.

For cropped tops like mine, measure the seam and subtract the width of your seam allowances (top and bottom) plus about 2 x 0.5 cm to have a little space to the horizontal seams.

With dresses and other garments, you want the boning to start under the arm and stop at a wider part of your body. If the end of the boning is right at your waist, the fabric will give in at the end of the boning.

Neben dem Kleidungsstück, in das ihr die Stäbchen einnähen möchtet, braucht ihr Plastikstäbchen und Stoffschnipsel.

Die Stoffschnipsel sollten mindestens so breit wie das Stäbchen sein und so lang, dass sie zweimal auf die Hälfte gefaltet werden können (siehe unten). Hierfür eignen sich Baumwollstoffe gut, z.B. in Patchwork-Qualität.

Schritt 1 – Stäbchen vorbereiten

Die Stäbchen könnt ihr einfach mit der Schere in eurer gewünschten Länge abschneiden.

Bei kurzen Oberteilen wie meinem könnt ihr die ganze Länge der Naht ausmessen, die Breite eurer Nahtzugaben oben und unten abziehen sowie jeweils etwa 0,5 cm Abstand.

Bei Kleidern und anderen Oberteilen gilt: Die Stäbchen sollten an der Seitennaht mit circa 0,5-0,7 cm Abstand zur Ausschnittnaht angenäht werden.
Da sie dem Stoff Halt geben und die Form des Körpers bzw. Kleidungsstücks unterstreichen sollen, sollten sie auf jeden Fall über die Taille reichen und an einer breiten Stelle des Körpers enden.
Sind sie zu kurz und enden in der Taille oder kurz danach, kann es sein, dass euch der Stoff an der Stelle „einknickt“ und nicht den Stand hat, den ihr euch wünscht.

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The ends of the boning can be sharp and scratchy – you have to encase them so they won’t work though the outer fabric and/or scratch you.

There are parts you can buy to encase them. During my apprenticeship, we used fabric scraps. That worked very well and is much cheaper.

Fold the scrap in half (1b) and fold again over the end of the boning (1c), so the edge is encased.
Die Enden können kratzig und scharfkantig sein – die müssen eingeschlossen werden, damit sie sich nicht durch den Oberstoff arbeiten und/oder euch kratzen.

Es gibt fertige Kappen für solche Stäbchen zu kaufen. In der Ausbildung haben wir Stoffschnipsel genommen, was ebenfalls gut funktioniert und viel kostengünstiger ist.

Faltet den Stoffschnipsel auf die Hälfte (1b) und dann um das Ende des Stäbchens (1c), so dass die Kante umschlossen wird.


You can secure this encasing by sewing over it a few times with your machine.

You can trim the excess fabric at the sides to the width of the boning, if you want.

Repeat for all pieces of boning.

Tip: If you work with very sturdy boning, you can use a lighter to melt the edges at the ends a little. They won’t be so sharp after this. Continue with the fabric scraps.
Ihr könnt diese „Kappe“ sichern, indem ihr mit der Nähmaschine mehrmals über die Kante näht.
Rechts und links steht eventuell Stoff über. Wenn euch das stört, könnt ihr ihn noch etwas zurück schneiden.

Sichert alle Enden eurer Stäbchen auf diese Weise.

Tipp: Wenn ihr auf doppelte Nummer sicher gehen wollt, könnt ihr das Ende des Stäbchens nach dem Abschneiden auch mit einem Feuerzeug anschmelzen. Das harte Plastik wird weich und lässt sich durch leichtes Andrücken verformen. Die Enden werden dann abgerundet und sind nicht mehr so scharfkantig. Das kann vor allem bei stärkeren Stäbchen von Vorteil sein.

Fahrt danach mit den Stoffkappen fort.

 

Step 2: Sewing the boning into the garment

As I mentioned in the introduction, the fact that the boning is stored on rolls has to be taken into account.

Schritt 2: Stäbchen einnähen

In der Einleitung habe ich erwähnt, dass die Form des Stäbchens für die Verarbeitung wichtig ist. Ich kann euch wirklich nur ans Herz legen, das zu beachten, denn die Form des Stäbchens kann wirklich einen Unterschied machen!

Auf den letzten beiden Bildern könnt ihr erkennen, dass die Stäbchen eine gebogene Form haben. Dies kommt davon, dass sie auf Rollen aufbewahrt werden.

Diese Form solltet ihr bei der Verarbeitung beachten:
Stellt euch vor, ihr näht das Stäbchen in der Seitennaht ein – das Stäbchen sollte dann so eingenäht werden, dass es konkav an der Taille anliegt.
Näht ihr es so ein, dass das Stäbchen vom Körper weg zeigt, also konvex, kann sich das auch auf die Naht auswirken. Sie kann von eurem Körper weg zeigen und der Taillenkurve entgegen wirken – das ist genau das Gegenteil, was man sich vom Einsatz von Stäbchen erhofft.
You can see in the last two pictures that the boning has a shape from being stored this way.
Sew the boning into the garment so the curve points towards your body (concave). This can underline your waist.
If you sew the boning in the other way, the seam can actually point away from your body, following the curve of the boning. That’s exactly the opposite of what you usually want from boning.


Zum Einnähen wird das Stäbchen auf die auseinander gebügelten Nahtzugaben der Seitennähte gelegt.
Es sollte ca. 0,5-0,7 cm Abstand zur Ausschnittnaht haben.
Legt das Stäbchen mittig auf die Naht. Fangt an einer Seite an, es an die Nahtzugabe zu nähen. Die Naht sollte knappkantig an der Kante des Stäbchens verlaufen. Ihr werdet sehen, dass die Kante des Stäbchens aus dünnem Plastik ist, auf dem ihr mühelos nähen können solltet.
Verwendet einen etwas größeren Stich (Stichlänge 3-4). Achtet darauf, dass die Nahtzugaben glatt liegen, und ihr nicht ausversehen den Außenstoff mitnäht.

Wenn ihr euch an die andere Seite macht, ist es wichtig, dass die Nahtzugaben ganz glatt liegen. Es soll sich keine Weite rein schieben (horizontal als auch vertikal), sondern das Stäbchen soll ganz flach auf der Naht liegen. Eventuell könnt ihr dazu die Nahtzugaben beim Annähen der zweiten Seite leicht auseinander ziehen. Wirklich nur leicht. Die Naht soll nicht unter Spannung stehen und vom Stäbchen „auseinander gezogen“ werden.

Wenn eure Maschine Schwierigkeiten beim Transportieren hat, könnt ihr eventuell etwas mit Schieben und Ziehen weiterhelfen.
Lay the piece of boning onto the pressed seam allowances. Leave a space of 0.5-0.7 cm to the horizontal seam.
Begin sewing the boning to one of the seam allowances, make sure it lays centered on the seam. Stitch close to the edge of the boning on the thin material. Use a stitch length of 3-4.

When you are sewing the boning to the other seam allowance, it is important that the boning lays flat on the seam – you don’t want any excess fabric in this area.

Fertig!


Done!



So, das war’s! Schaut euch das Kleidungsstück von außen an, um sicher zu gehen, dass das Stäbchen gut sitzt und sich keine Weite eingeschoben hat.

Jetzt könnt ihr mit der Verarbeitung fortfahren und die Ausschnittkante verstürzen.

Fragen? Schreibt mir!

Habt ihr noch Fragen? Ist etwas unklar geblieben? Hinterlasst einen Kommentar und ich versuche, euch weiter zu helfen!

Wenn ihr die Anleitung hilfreich fandet, würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn ihr sie verlinkt oder teilt – die Optionen findet ihr unter dem Beitrag oder in der Sidebar.
Ich freue mich natürlich auch darauf, eure Werke zu sehen!

That’s it! Try the garment on, have a look from the outer side. Make sure the boning sits nicely in place.

I hope this tutorial was helpful. Many of the tips and techniques can be used in many situations, too. Even if you don’t want to sew cutouts, there were hopefully some helpful things in there for you.

Questions? Comment below!

Do you have questions? Is there something I haven’t covered? Write a comment and I’ll try to help out!

If you found this tutorial to be helpful, I’d love it if you’d shared it – options are below or in the sidebar.
I’d also like to see your makes using my advice.

14 Kommentare

  • beswingtes Fräulein um 10:34

    Ich hoffe, ich habe es nicht nur überlesen aber nimmst Du eine ganz normale Nähnadel? Gibt es da irgendwas zu beachten oder machen die das einfach so mit? 🙂

    • Jenny um 11:30

      Gute Frage, nehme ich gleich noch mit auf: Ich nähe ja mit einer Industrienähmaschine, die hat mehr Durchschlagkraft. Ich nehme eine ganz normale Nadel. Für dickere Stäbchen würde ich eine etwas stärkere nehmen. 🙂

  • Esther um 11:19

    Wunderbar! Ganz ganz lieben Dank für deine Anleitung! Kann ich sehr gut gebrauchen 🙂
    Zwie Fragen hätte ich noch:
    – Mit welcher Nadel hast du über die Stäbchen genäht? Muss es eine besondere sein?
    – Wo kann man die Stäbchen kaufen, die du hier im Tutorial verwendet hast?

    Es grüßt lieb, Esther

    • Jenny um 11:31

      Hallo Esther! Das mit der Nadel nehme ich gleich noch mit auf. Ich habe eine ganz normale benutzt, meine Stäbchen waren auch eher dünn. Für dickere würde ich eine stärkere Nadel nehmen.

      Die Stäbchen habe ich online gekauft, weiß gar nicht mehr, welcher Shop das war. Da gibt es aber zig Anbieter. Über Ebay kann man auch immer wieder Schnäppchen machen.

  • Jenny um 11:39

    Danke für den Hinweis mit den Nadeln – den habe ich gleich mit in den Beitrag aufgenommen. Oben könnt ihr nochmal mehr zu dem Thema lesen, markiert mit „Nachtrag“.

  • fadenwechsel um 17:13

    vielen Dank für diesen Beitrag! Mein erstes Kleid mit Stäbchen wird wohl Vogue V1514 werden (wenn nur die 4m Stoffverbrauch nicht wären *kreisch*), wo auch (Plastik-?) Stäbchen verlangt werden, wahrscheinlich komme ich da nochmal auf dein Tutorial zurück! 🙂
    LG Maria

    • Jenny um 17:59

      Hallo Maria,
      das ist echt ein schönes Kleid. Die Rückenansicht ist toll! Plastikstäbchen sind eine gute Wahl für das Projekt.
      Schreib mir, wenn du noch Fragen hast. ?

      • fadenwechsel um 20:14

        die schreiben da was von „Boning mit Casing“, damit dürfte ja „Fischbeinstäbchen“ gemeint sein…na das wird was… o_O (ich plane mal auf Anfang nächsten Jahres :D)
        Wo hattest du deine Stäbchen eigentlich bestellt?
        Ich weiß nicht mehr, woher ich das habe, aber eine Bloggerin hat beim Taillenband von Röcken auch oft solche Stäbchen zur Stabilisierung verwendet- eigentlich gar nicht so doof 🙂

  • Monika um 9:12

    Danke, eine super Anleitung. Ich habe bisher nur Metallstäbchen gekannt u für diese ein Tunnel genäht. Jetzt sehe und lese ich, du nähst „auf“ den Plastkstäbchen. Super Idee, nun muss ich solche nur noch zum kaufen finden und dann werde ich auch einen Versuch starten. Liebe Grüsse Monika

    • Jenny um 12:07

      Danke, Monika! Die Stäbchen gibt es im gut sortierten Stoffgeschäft und in vielen Onlineshops. 🙂

  • Anne um 13:56

    Haaa, das ist prima, das ist prima. Tatsächlich kenne ich diese Sache mit dem Hochrutschen und ständigen zurechtzupfen. Und die Lösung scheint so einfach zu sein.
    Danke für die Anleitung und die ganzen Erläuterungen!

    • Jenny um 12:24

      Bei sowas können Stäbchen wirklich helfen. ? Danke für deinen Kommentar!

  • ApfelPhi um 10:36

    Danke für deine Anleitung! Mit Plastikstäbchen hatte ich leider in der Vergangenheit schlechte Erfahrung mit Knicken, sodass ich ein festliches Corsagenoberteil noch mal teilaufgetrennt habe um die teilweise stark geknickten (Hüfte an der Seite) Stäbe mit Spiralfedern zu ersetzen. Die hielten dann wesentlich besser Bewegungen aus. Kommt halt immer auf die Verwendung und den Schnitt an.

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