Sommertop mit Smocking (Burda Style 116 06/2011)



Nach dem unsagbar heißen Sommer letztes Jahr habe ich mich mental auf leichte Kleidungsstücke eingestellt. Flatterige Röcke, leichte Tops, Sandalen, leuchtende Farben, bunte Prints.

Dass es im August morgens so kalt ist wie im Herbst, damit habe ich allerdings nicht gerechnet. Statt Crop Top ist also Zwiebellook angesagt.
Das Wetter macht meinen fertigen Nähprojekten bisher einen Strich durch die Rechnung. Ich weiß also nicht, ob dieses Top diese Saison überhaupt noch zum Einsatz kommt – trotzdem mag ich es super gern.

We had an immensely hot summer last year here in Germay. With this in mind, I imagined flowy skirts and short airy tops for this season. Sandals, bright colours, fun prints, sunglasses, straw hats.

Well… In August, the mornings are as cold as in autumn. Instead of wearing crop tops, I’m wearing layers.
Due to the weather, I don’t know if I can wear my summer clothes this season. Like this top I made and really like.

Das Oberteil entstand aus meiner Absicht, mehr Kombinationsteile zu nähen. Zwar lassen sich Kleider im Winter auch gut mit Pullovern drüber oder Hemdblusen drunter kombinieren, trotzdem fehlen mir manchmal, vor allem im Sommer, Optionen, mit denen ich ein neues Outfit ausprobieren kann.

Für den Sommer habe ich mir kurze Oberteile vorgestellt, mit Flatterröcken getragen, in denen man sich wie im Strandurlaub fühlt.

Der bunt gestreifte Mikonos Print* von Fashion for Designers wartete schon seit einer Weile auf die Verarbeitung. Aus dem einen Meter, den ich bestellt habe, habe ich das Oberteil des Kleides 116 aus der Burda Style 06/2011 zugeschnitten.

Für die Blende habe ich hellgelbes Baumwollleinen von Stoff & Stil gewählt. Die Blende ist so konstruiert, dass sie leicht absteht. Das finde ich ein raffiniertes Detail und gibt dem Oberteil bzw. Kleid eine gewisste Struktur. Allerdings muss man bei der Verarbeitung auch höllisch aufpassen, dass kein Schrägzug entsteht.

I wanted to make more pieces to pair with other wardrobe staples. I love dresses and one-pieces, but I also like to create new looks. You can wear dresses with sweaters or blouses in autumn and winter, but in summer, I sometimes missed having separate pieces.

I had the viskose Mikonos Print*fabric by Fashion for Designers in my stash for a while. I cut the top of dress 116 in Burda Style 06/2011 from my one meter.
As a contrast, I used a cotton/linen blend from Stoff & Stil.

Der Stoff ist wunderbar zu verarbeiten. Ich habe generell kein Problem mit Viskose, aber allen, die Respekt vor der Verarbeitung haben, kann ich diesen Stoff empfehlen. Er fällt wunderschön, ist aber auch stabil genug, um nicht „flutschig“ zu sein.
Beim Nähen rutscht er nicht unter dem Füßchen herum und lässt sich auch gut bügeln.

Ich würde wirklich wirklich wirklich gerne noch einen passenden Rock nähen. Aber der Stoff ist online nicht verfügbar, und mit fast 18 €/m auch zur Zeit nicht in meinem Budget.

The fabric is great to work with. I often read that people have problems working with woven viscose fabric. This one was no problem to sew, cut or iron for me at all.
It has some stand to it, but drapes very nicely, too.


Da ich keinen teilbaren Reißverschluss einsetzen wollte, habe ich mich dafür entschieden, das mittlere Rückteil zu smocken.
Das Teil habe ich im Bruch und 30 cm breiter als angegeben zugeschnitten. Das war das erste Mal seit der Ausbildung, dass ich Smockingfaden verwendet habe. Hat aber sehr gut geklappt.
Smocking finde ich ein schönes Detail bei Sommerkleidung, gerade wenn es sich nur um einen Einsatz handelt. Erinnert sich jemand an diese Tube-Kleider, deren Oberteil rundherum komplett gesmockt war? Not my style.

I didn’t want to use a zipper for this top. I used machine smocking in the back piece to create some elasticity.
I cut the piece 30 cm wider than the pattern piece and smocked it, which worked really well.

Beim Smocking steht durch die Kräuselung die obere Kante immer ab. Wenn man den Look mag, ist das ein nettes Beiwerk. Für mich persönlich wirkt das aber zu kindlich und wie nicht richtig durchdacht. Ich möchte, dass die Kanten anliegen.
Ich habe die obere und untere Kante des mittleren Rückteils mit dem gleich zugeschnittenen Futterteil verstürzt und 0,5 cm von den Kanten einen Tunnel genäht. Da habe ich ein Gummiband eingezogen und so gekürzt und links und rechts festgenäht, dass das Teil schön am Körper anliegt und nichts absteht.

Die Blende wäre eigentlich durchgehend gewesen. Ich habe sie aber an der Naht zum mittleren Rückteil aufhören lassen. Andernfalls wäre das Rückteil nicht elastisch gewesen.

Erst danach habe ich im Abstand von jeweils 0,5 cm mit den Smocking-Reihen angefangen.
I don’t like how the edges of a smocked section curl and stick away from the body. So I sewed a tunnel at the edges of the back pieces and put an elastic in. Then I machine smocked the complete pieces, in lines 0.5 cm apart.
This way, the back piece doesn’t stick out, and you can adjust how the piece sits against the body before machine-basting the elastic at the side of the piece.

After this, I continued to assemble the top.

Welch einen Unterschied Stäbchen machen!

Nachdem das Top fertig war, hatte ich das Gefühl, dass mir etwas Stand fehlt. Das Top schob sich hoch und knickte bei jeder Bewegung ein.

Ich habe ein Top von Monki, das mich zu diesem inspiriert hat. Es hat dünne Stäbchen in den Seitennähten. Überraschenderweise sind diese beim Tragen kaum zu spüren.
Ich habe mir also dünne Meterware-Stäbchen aus Plastik bestellt und in den Seitennähten und den Nähten zwischen seitlichen und mittlerem Rückteil eingenäht.

Das Ergebnis gefällt mir viel besser. Diese kleine Änderung hat wirklich einen großen Unterschied gemacht. Das Top bleibt wo es ist und schiebt sich nicht hin und her.

Ihr wollt wissen, wie Stäbchen verarbeitet werden? Schaut nächste Woche hier auf dem Blog vorbei. Ich habe eine Anleitung geschrieben, wie ihr Stäbchen ganz einfach in Kleidung einnähen könnt.

What a difference boning makes!

After finishing, I felt that the top lacked some stand.

I got the idea to use plastic boning from a top by Monki I really like. It has a similar style, cropped, tied in the neck, made from viskose. It has light plastic boning in the side seams which keeps it from moving up.

I sewed plastic boning to the side seams and the seams between the back pieces.
This little change made so much difference! The top wasn’t moving up any more and had the stand I wanted.

If you want to learn how to use plastic boning, check back next week! I wrote a tutorial how to use plastic boning to show you how easy it really is.



Zusammenfassung (tl;dr):
Schnitt: Burda Style 06/2011, Modell 116
Stoff: Viskose-Stoff „Mikonos Print„*, Baumwollleinen von Stoff & Stil
Änderungen: Mittleres Rückteil gesmockt, Blende nicht durchgängig, Stäbchen

Outfit:
Rock: Vintage
Tasche: Vintage
Hut: Seeberger

Recap (tl;dr):
Pattern: Burda Style 06/2011, 116
Fabric: Viskose fabric Mikonos Print*, cotton/linen blend from Stoff & Stil
Alterations: Smocking in the back, shortened facing in the back, boning

Outfit:
Skirt: Vintage
Bag: Vintage
Hat: Seeberger

Verlinkt bei
12 letters of handmade fashion als Streifen-Sommertop mit Stäbchen und Smocking
DIY your closet

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13 Kommentare

  • gerlinde um 9:17

    Ja, kenne ich sehr gut – jedoch in meinem Zusammenhang eher mit dem sog. ‚Durchschnitts-Wetter‘ in Gegenden der Welt, in welche ich meinem berufl. reisenden Ehemann mitunter ‚verfolge‘.
    Da das sog. ‚Durchschnitts-Wetter‘ nun einmal eine eigentlich gar nicht exisitierende Sache ist, kann man dann schon mitunter seine blauen Wunder erleben.
    Ausserdem: Heiss und heiss ist trotzdem unterschiedlich: tropisch schwuel oder trocken.
    Ich bin diesbzgl. – da auch schon aelter – meist besser zurecht gekommen, wenn ich in generell eher weiteren ‚Zwiebel-Look‘ (= luftig f. Tropen) eingeplant habe und dieser notfalls dann mit Guerteln, Aermel aufrollen; Tuecher um den Hals‘ den ansonsten gewuenschten ‚Luft-Durchzug‘ bremsen bis unterbinden kann.
    … und aussehen soll’s – natuerlich – auch noch halbwegs ‚Ehemann fangend‘ 😉 !
    Aber hierzu wirst Du evtl. selbst noch eigene Erfahrungen in Deinem Leben machen und aufgrund Deines Naturells „da muss doch was zu machen sein“ (= seeehr Schoenes – mM!!!) evtl. verbessern.
    Vorlaeufig wuensch‘ ich Dir mal doch noch das passende Wetter f. Dein sonniges Sonnen-Topp. Waer‘ doch schade, wenn man’s sonst nur mit Sonnenbrille – vor lauter seiner huebschen Leuchtkraft – im Schrank ansehen muss, oder 😉 ?
    Ausserdem kriegen wir DAmit (Sonnenwetter) vermutlich noch mehr Menschen in dieser wohl gerade sonnenaermeren Gegend auf einen Schlag wohl gluecklicher = je mehr um so besser (mM) = Bingo = Daumen drueck f. Euch.

    • Jenny um 21:17

      Vielen Dank, Gerlinde! Der Zwiebel-Look ist wirklich nützlich. Vor allem, wenn es abends dann wieder kühl wird. Ich hoffe jedenfalls, noch ein paar warme Tage zu haben, um meine Sommergarderobe auszuführen. 🙂
      LG Jenny

  • Susanne um 10:00

    Sehr hübsches Top, überhaupt, das ganze Outfit; elegant durch die Schnitte, aber trotzdem jung und frisch durch Muster und Farben.
    Die Verbesserung des Sitzes des Tops durch die eingearbeiteten Stäbchen finde ich sehr interessant und freue mich schon auf dein Tutorial dazu, denn wenn ich gelesen habe, dass Stäbchen verarbeitet werden müssen, habe ich einen Schnitt immer schnell wieder weggelegt, : ).
    LG von Susanne

    • Jenny um 21:13

      Liebe Susanne, vielen Dank! 🙂 Hoffentlich verspreche ich nicht zu viel. Aber Stäbchen sind wirklich nicht so schlimm, wie man denkt!

  • fadenwechsel um 13:07

    Mein erster Gedanke bei deinem Outfit war „ui, Dolce Vita!“ :D, da passt einfach alles (und Seebergerhüte sind sowieso eine Sammlung wert! *_*).
    Bei deinem Tutorial würde mich dann auch interessieren, wann man Plastikstäbe denn überhaupt einsetzen sollte (Hintergrund: ein paar Hobbyschneiderinnen hatten mir eher mal dazu geraden, Metallstäbchen zu verwenden, da die aus Plastik wohl bruchanfällig sind und dann böse pieksen können… ;))
    LG Maria

    • Jenny um 21:16

      Liebe Maria, vielen Dank! 😀

      Dazu habe ich auch einen Absatz geschrieben. Natürlich ist Plastik bruchanfälliger als Metall und man sollte sich überlegen, wie das Kleidungsstück beansprucht wird. In eine Korsage, die den ganzen Tag und häufig getragen wird, würde ich auf jeden Fall Metallstäbchen einnähen, die muss ja super viel Bewegung mitmachen. Aber „Anlasskleidung“ und so Tops, in denen nicht viel rumgehampelt wird, können gut mit Plastikstäbchen ausgestattet werden. Mehr dazu dann nächste Woche. 🙂

  • Lisa Kantus um 10:44

    Das Top ist wirklich super schön geworden. So herrlich Vintage 🙂
    Steht dir super.
    Liebe Grüße
    Lisa

  • Anne um 14:42

    Wie aus einem Renoir herausspaziert… Schönes Outfit und vor allem das Top hat tolle Details. Auf den Stäbchenpost bin ich auch schon ganz gespannt.
    Liebe Grüße
    Anne

    • Jenny um 17:05

      Haha, danke für die nette Beschreibung! 🙂

    • Jenny um 17:07

      Thank you! If you link back to the post, I have no problem with it. Thanks for asking, it makes all the difference!

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